FDP Hörstel will Akzente setzen
Von Stephan Beermann (IVZ) Hörstel.
Fünf Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl, zwei Sitze im Rat, Anzahl der Mitglieder von sechs auf zwölf verdoppelt – keine schlechte Bilanz für den FDP-Ortsverband Hörstel, befand der Vorsitzende Reiner Schnabel. In seinem Rechenschaftsbericht richtete er Donnerstagabend den Blick beim Ortsparteitag vor allem nach vorn, besonders auf die bevorstehende Landtagswahl im Mai. "Wir wollen die Koalition mit der CDU in NRW fortsetzen", so der Vorsitzende. Denn: "Stillstand und Rückschritt haben die Menschen in NRW nicht verdient."

Der neu gewählte Vorstand des FDP-Ortsverbands Hörstel mit dem Landtagskandidaten Alfred Holtel (l.) aus Rheine und dem Fraktionsvorsitzenden Jürgen Lücke (2.v.r.): Vorsitzender Reiner Schnabel (2.v.l.), sein Stellvertreter Hermann-Josef Schäfer (Mitte) und Schatzmeister Christophe Lüttmann (r.).
Als Direktkandidat für den Wahlkreis 82 (Steinfurt II), zu dem die Stadt Hörstel gehört, stellte sich Alfred Holtel vor. Er habe keine Chance, den Wahlkreis zu gewinnen oder den Einzug in den Landtag über die Reserveliste zu schaffen, sagte Holtel. Insofern sehe er seine Kandidatur als "Pflichtübung". Wohl aber werde er versuchen, möglichst viele Stimmen für die FDP zu sammeln, um die Fraktion im Landtag zu stärken. Als Fraktionsvorsitzender der FDP in Rheine ist der 63-jährige Verwaltungswirt und ehemalige Kapitän zur See fest mit der Kommunalpolitik mit Schwerpunkt Finanzen verankert. Besonders setzt er sich für die Stärkung der schulischen Betreuung bzw. für Ganztagsschulen ein. Bildungspolitik müsse schon im Elementarbereich beginnen. Von daher sei es gut und richtig, dass allein im Kreis Steinfurt 300 zusätzliche Erzieher eingestellt worden seien. Wie sehr die Ganztagsbetreuung und die damit verbundenen Angebote benötigt werden, das habe er an sozialen Brennpunkten in Rheine erfahren: In mancher Familie sei das tägliche Mittagessen alles andere als selbstverständlich. So gebe es in Rheine eine Grundschule, an der montags die doppelte Menge zu Mittag gekocht wird – "weil die Kinder so hungrig sind", berichtete Holtel.
Kreisvorsitzender Jürgen Mußmann berichtete unter anderem aus dem Kreisvorstand. Er werbe für einen "runderneuerten" Kreisvorstand und stehe einer Tandemlösung an der Spitze des Kreisverbands, die gegenwärtig diskutiert werde, grundsätzlich offen gegenüber. Aus der Ratspolitik berichtete der Fraktionsvorsitzende Jürgen Lücke. Er begründete, warum seine Fraktion bei der Wahl von Ingrid Bosse als stellvertretende Bürgermeisterin in dieser Frage dem Bündnis der kleineren Fraktionen (SPD, UWG, Grüne, Linke, FDP) beigetreten sei. Unterm Strich sei dies eine gute Wahl gewesen. Positiv überrascht habe ihn das insgesamt große Einvernehmen der Fraktionen im Rat; dazu Lücke: "Ränkespiele sind nicht an der Tagesordnung." Gleichwohl gelinge es der FDP, eigene Aspekte ins Spiel zu bringen. Lücke appellierte an die Mitglieder, sich in den jeweiligen Stadtteilen mit der Fachkompetenz vor Ort aktiv in die Kommunalpolitik beratend einzubringen. Darauf sei die Fraktion angewiesen.



