Marktgespräche im Schatten des Towers in Dreierwalde

VON STEPHAN BEERMANN, IVZ IBBENBÜREN

Dreierwalde. Offensiv bewerben will die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in den kommenden Monaten das bundeseigene Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes in Dreierwalde. Im Schatten des ausgedienten Towers neben der Landebahn berichteten auf Einladung des FDP-Ortsverbands Hörstel Dr. Gerald Brummund, Verkaufsleiter bei der Bima NRW, und Otto Fricke den derzeitigen Sachstand. Fricke ist Mitglied des Bundestages und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion; zudem ist er Beiratsmitglied der Bima.

Otto Fricke, Mitglied im Beirat der Bima (5.v.r.), und Dr. Gerald Brummund (3.v.r.) informierten im Schatten des ehemaligen Towers über den neuesten Stand der Vermarktung des Flugplatzgeländes. Reiner Schnabel und Jürgen Lücke (v.r.) sowie Alfred Holtel (l.) waren Gastgeber und hörten aufmerksam zu. (Foto: Stephan Beermann) "

Das Gelände wird im Sommer ausgeschrieben, wir gehen mit dem Objekt an den Mark", informierte Brummund die anwesenden FDP-Mitglieder, darunter Ratsmitglied Jürgen Lücke und Ortsverbandsvorsitzender Reiner Schnabel. Und zwar werde das Gelände offen ausgeschrieben, so wie es der Rat der Stadt Hörstel beschlossen hatte. Insbesondere von der Expo Real im Oktober, der Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen in München, erhofft sich die Bima neue Impulse, das Gelände zu vermarkten. Wie es genutzt wird, da sei man "relativ offen"; weitgehend seien Sondernutzungszwecke vorgesehen.

Derzeit gebe es "verschiedene Anfragen", hielt sich Brummund mit konkreteren Angaben zurück. "Möglich ist ein Mix", merkte Alfred Holtel (Rheine) an. Dem stimmte auch Brummund zu: Ein Mix mehrerer Firmen und Investoren, die das Gelände unter sich aufteilen, sei die wahrscheinlichste Lösung. In diesem Verbund könnten auch die Firmen, die das Gelände derzeit vorübergehend nutzen, eintreten. Allerdings: So weitermachen wie bislang, also die Flächen und Hallen an Firmen zu vermieten, sei nicht angestrebt. Erklärtes Ziel ist und bleibt der Verkauf.

Im weiteren Gesprächsverlauf wiesen die unmittelbar am Verfahren Beteiligten auch auf die besonderen Umstände der Vermarktung hin. Die Bima als Eigentümerin habe den politischen Auftrag, das Gelände zu verkaufen, so Otto Fricke, "da zählt jeder Euro." Welchen Erlös die Bima aus dem Verkauf erwartet, und welche Erwartungen die Bima an die Höhe des Grundstückpreises knüpft, darüber will er gar nichts sagen, so Fricke. "Bei Vorgaben liegt man sofort auf der Nase", sagte er gestern Mittag.

Besagte Besonderheit der Umstände liege darin, dass der Bima das Gelände zwar gehört, der Rat der Stadt Hörstel aber das Planungsrecht habe und schließlich - als Dritte im Bunde - die möglichen Investoren ein Interesse haben müssen. Nach dem "Motto Wohlfahrt" gehe da allerdings nichts. Die Politik müsse sich bei der Frage nach dem Wert raushalten. Auf Anfrage teilte Brummund mit, dass die Bima in NRW in dieser Größenordnung etwas Vergleichbares noch nicht veräußert habe. Nach Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Fricke sei das Gelände "sehr schwer zu vermarkten", zumal es im ländlichen Bereich liege, und weiter: "Es ist letztlich die Frage: Wer bringt das Geld? Und wer ist bereit hier zu investieren?"

Die Ausschreibungsfrist wolle man nicht zu kurz halten. Sie werde sicherlich bis November reichen, meinte der Verkaufsleiter der Bima NRW, Dr. Brummund. Der weitere Fahrplan hänge nicht zuletzt ab von der Resonanz. Aufgabe werde es sein, die Informationen über die Dreierwalder Immobilie möglichst weit zu streuen.


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